Druckverfahren

Welches Druckverfahren ist das richtige für Ihr Produkt? Siebdruck, Flexdruck, Digitaldruck, Tampondruck und UV-Druck unterscheiden sich deutlich in Optik, Haltbarkeit, Einsatzbereich und Kosten. Auch die Frage, ob eine weiße Unterlegfarbe benötigt wird, kann für das Druckergebnis entscheidend sein. In unserer Übersicht zeigen wir Ihnen die wichtigsten Unterschiede und helfen Ihnen dabei, das passende Verfahren für Ihr Motiv und Ihr Produkt zu finden.

Welches Druckverfahren passt zu Ihrem Motiv?

Wählen Sie die wichtigsten Kriterien. Sie erhalten eine unverbindliche, nachvollziehbare Orientierung.

Hinweis: Die Empfehlung ist eine erste Orientierung. Material, Druckgröße, exakte Farben und Aufbereitung der Druckdaten können die Auswahl und den Preis beeinflussen.

Textil-Druckverfahren

Eignung / Eigenschaft Siebdruck Flexdruck Digitaldruck
1. Stückzahlen
Einzelstücke / kleine Auflagen
Mittlere Auflagen
Große Auflagen
2. Kosten & Wirtschaftlichkeit
Geringe Einrichtungskosten
Kosten bei kleinen Stückzahlen eher hoch günstig günstig
Kosten bei großen Stückzahlen sehr günstig eher höher mittel
Kosten steigen mit Anzahl der Druckfarben
3. Motive, Farben & Details
Einfache Logos, Schrift & Farbflächen
Mehrfarbige Motive
Sehr feine Details
Farbverläufe
Fotomotive
Namen & Nummern
4. Haltbarkeit & Tragegefühl
Waschbeständigkeit
Haltbarkeit bei häufiger Nutzung
Spürbarkeit des Drucks
sehr gut / gut geeignet bedingt / abhängig von Motiv oder Verfahren normalerweise nicht geeignet
Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung für den Textildruck. Welches Druckverfahren technisch und wirtschaftlich am besten geeignet ist, hängt insbesondere von Textilmaterial, Motiv, Farbanzahl, Druckfläche, Stückzahl und Pflege ab.

Siebdruck

Beim Siebdruck wird die Farbe durch ein feinmaschiges Sieb direkt auf das Produkt gedruckt. Für jede Druckfarbe wird in der Regel ein eigenes Sieb benötigt. Das Verfahren ermöglicht kräftige, deckende Farben und zeichnet sich durch eine hohe Haltbarkeit aus.

Geeignet für: Textilien, Taschen, Arbeitskleidung sowie zahlreiche feste Werbeartikel.

Vorteile: Sehr gute Farbdeckung, intensive Farben, hohe Haltbarkeit und bei größeren Stückzahlen besonders wirtschaftlich.

Kosten: Durch die Einrichtung und Herstellung der Siebe entstehen vergleichsweise hohe Grundkosten. Je größer die Auflage, desto günstiger wird jedoch normalerweise der einzelne Druck. Bei mehrfarbigen Motiven steigen die Kosten, da für jede Farbe zusätzliche Arbeitsschritte erforderlich sind.

Unterlegfarbe: Auf dunklen Textilien oder dunklen Materialien wird häufig eine weiße Unterlegfarbe gedruckt, damit die eigentlichen Motivfarben kräftig und farbgetreu erscheinen. Die Unterlegung zählt dabei üblicherweise als zusätzlicher Farb- beziehungsweise Druckgang.

Zu beachten: Für kleine Stückzahlen und Motive mit vielen Farben ist Siebdruck häufig weniger wirtschaftlich. Farbverläufe und fotorealistische Motive sind grundsätzlich über Rasterdruck möglich, jedoch aufwendiger als bei digitalen Verfahren.

Flexdruck

Beim Flexdruck wird das Motiv aus einer speziellen, einfarbigen Transferfolie ausgeschnitten. Nicht benötigte Folienbereiche werden entfernt und das Motiv anschließend unter Hitze und Druck auf das Textil übertragen.

Geeignet für: T-Shirts, Trikots, Vereinskleidung und Arbeitskleidung – insbesondere für Namen, Nummern, Schriftzüge und einfache Logos.

Vorteile: Sehr hohe Deckkraft, intensive Farben, saubere Konturen und bereits bei Einzelstücken oder kleinen Stückzahlen wirtschaftlich.

Kosten: Bei kleinen Stückzahlen meist günstig, da keine Drucksiebe oder Druckplatten hergestellt werden müssen. Bei größeren Auflagen kann der notwendige Schneide-, Entgitter- und Transferaufwand jedoch höher sein als bei anderen Verfahren.

Unterlegfarbe: Eine separate Unterlegfarbe ist normalerweise nicht erforderlich. Die verwendete Folie ist selbst deckend und kann daher auch auf dunklen Textilien eingesetzt werden.

Zu beachten: Klassischer Flexdruck eignet sich vor allem für einfarbige und einfach aufgebaute Motive. Fotos, feine Farbverläufe und sehr komplexe Motive sind damit nicht oder nur über andere Transferverfahren umsetzbar.

Digitaldruck

Beim Digitaldruck wird das Motiv direkt aus digitalen Daten verarbeitet, ohne dass für jede Farbe eine separate Druckform hergestellt werden muss. Je nach Produkt kommen unterschiedliche Digitaldruckverfahren zum Einsatz, beispielsweise Direktdruck auf Textilien oder digitale Transferverfahren.

Geeignet für: Fotos, Illustrationen, Farbverläufe, mehrfarbige Logos und komplexe Motive.

Vorteile: Nahezu unbegrenzte Farbanzahl, hohe Detailgenauigkeit und fotorealistische Motive. Besonders attraktiv für Einzelstücke sowie kleine und mittlere Auflagen.

Kosten: Da keine separaten Drucksiebe oder Druckplatten notwendig sind, entstehen meist geringe Einrichtungskosten. Deshalb ist Digitaldruck besonders bei kleineren Auflagen und Motiven mit vielen Farben wirtschaftlich. Bei sehr großen Stückzahlen können konventionelle Verfahren wie der Siebdruck günstiger sein.

Unterlegfarbe: Auf dunklen Materialien beziehungsweise Textilien wird bei vielen digitalen Druckverfahren Weiß als Unterlegfarbe verwendet. Dadurch wird verhindert, dass die Grundfarbe des Produkts durch das Motiv scheint. Bei hellen oder weißen Produkten kann häufig darauf verzichtet werden.

Zu beachten: Haptik, Farbwirkung und Haltbarkeit unterscheiden sich je nach eingesetztem Digitaldruckverfahren, Material und Vorbehandlung.

Tampondruck

Beim Tampondruck wird das Motiv zunächst in eine Druckform eingebracht. Ein elastischer Silikontampon nimmt die Farbe auf und überträgt sie anschließend auf das Produkt. Durch seine Flexibilität kann sich der Tampon auch an gebogene oder unregelmäßige Oberflächen anpassen.

Geeignet für: Kugelschreiber, Schlüsselanhänger, Feuerzeuge, technische Bauteile und zahlreiche kleinere Werbeartikel.

Vorteile: Ideal für kleine, gewölbte oder schwer zugängliche Druckflächen. Feine Logos, Schriften und Details können sehr präzise umgesetzt werden.

Kosten: Die Herstellung der Druckform und die Einrichtung verursachen Grundkosten. Daher wird Tampondruck mit steigender Stückzahl wirtschaftlicher. Auch die Anzahl der Druckfarben beeinflusst den Preis, da diese normalerweise einzeln gedruckt werden.

Unterlegfarbe: Auf dunklen oder transparenten Materialien kann eine weiße Unterlegung notwendig sein, damit die Motivfarben ausreichend decken. Diese wird in der Regel als zusätzlicher Druckgang behandelt und kann entsprechend zusätzliche Kosten verursachen.

Zu beachten: Druckfläche und Anzahl der Farben sind technisch begrenzt. Für große Flächen, Fotos oder komplexe Farbverläufe gibt es meist geeignetere Verfahren.

UV-Druck

Beim UV-Druck werden spezielle Tinten direkt auf die Oberfläche des Produkts aufgetragen und unmittelbar mit UV-Licht ausgehärtet. Die Farbe trocknet dadurch nicht klassisch, sondern härtet innerhalb kürzester Zeit aus.

Geeignet für: Kunststoff, Metall, Glas, Holz, Acryl und viele weitere feste Materialien sowie flache Werbeartikel.

Vorteile: Hohe Detailgenauigkeit, brillante Farben, Farbverläufe und fotorealistische Motive. Auch kleine Stückzahlen und individualisierte Produkte lassen sich wirtschaftlich produzieren.

Kosten: Da keine klassischen Druckformen hergestellt werden müssen, sind die Einrichtungskosten vergleichsweise gering. Dadurch eignet sich UV-Druck besonders für kleine und mittlere Auflagen sowie personalisierte Produkte. Bei sehr hohen Stückzahlen können Sieb- oder Tampondruck wirtschaftlicher sein.

Unterlegfarbe: Weiß kann beim UV-Druck gezielt als eigene Druckfarbe eingesetzt werden. Auf dunklen, transparenten oder farbigen Materialien wird häufig zunächst Weiß unter das Motiv gedruckt. Dadurch bleiben die eigentlichen Motivfarben brillant und farbtreu. Bei transparenten Produkten kann Weiß zusätzlich als Gestaltungselement oder Sperrschicht eingesetzt werden.

Zu beachten: Klassischer UV-Direktdruck eignet sich vor allem für feste Materialien. Flexible oder stark gewölbte Produkte sind abhängig von Maschine und Drucktechnik nur eingeschränkt bedruckbar.

Sublimationsdruck

Beim Sublimationsdruck wird die Farbe unter Hitze und Druck dauerhaft in das Material eingedampft. Das Verfahren eignet sich besonders für helle Textilien mit hohem Polyesteranteil sowie für speziell beschichtete Werbeartikel, beispielsweise Tassen oder Aluminiumplatten.

Vorteile: Brillante Farben, feine Details, Farbverläufe und Fotomotive sind sehr gut umsetzbar. Der Druck ist nicht fühlbar, da die Farbe Teil des Materials wird, und weist eine hohe Haltbarkeit auf.

Kosten: Da keine Drucksiebe oder vergleichbare Einrichtungskosten benötigt werden, ist Sublimationsdruck auch für kleine Stückzahlen interessant. Die Wirtschaftlichkeit hängt vor allem vom Produkt, der Druckfläche und der Auflage ab.

Unterlegfarbe: Eine weiße Unterlegfarbe ist nicht möglich und wird nicht verwendet. Deshalb funktioniert Sublimationsdruck in der Regel nur auf weißen oder sehr hellen Materialien. Auf dunklen Textilien sind die Farben nicht ausreichend sichtbar.

Zu beachten: Für Baumwolle und dunkle Textilien ist Sublimationsdruck normalerweise nicht geeignet. Bei Textilien sollte der Polyesteranteil möglichst hoch sein, damit Farben und Haltbarkeit optimal ausfallen.

Nach oben scrollen